Nachhaltigkeit im Alltag ist nicht perfekt.
So findest du deinen eigenen Weg!
Nachhaltiger leben. Klingt erstmal gut. Bis du anfängst, darüber nachzudenken.
Darf ich noch fliegen? Muss ich jetzt Secondhand kaufen? Ist Hafermilch Pflicht? Und was bringt es überhaupt, wenn ich meinen Coffee-to-go-Becher wiederverwende, während anderswo ganz andere Mengen Müll entstehen?
Ganz schön viel Druck für ein Thema, bei dem es eigentlich darum geht, unsere Zukunft ein bisschen besser zu machen.
Deshalb starten wir anders: Nachhaltigkeit im Alltag muss nicht perfekt sein. Sie darf zu dir, deinem Leben und deinen Möglichkeiten passen.
Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?
Bei Nachhaltigkeit denken viele zuerst an Umwelt und Klima. Das gehört natürlich dazu. Aber Nachhaltigkeit ist größer.
Es geht darum, heute so zu handeln, dass auch morgen noch ein gutes Leben möglich ist. Für uns selbst, für andere Menschen und für kommende Generationen. Dazu gehören zum Beispiel ein bewusster Umgang mit Ressourcen, faire Lebensbedingungen und die Frage, wie wir miteinander umgehen. Nachhaltigkeit kann deshalb ziemlich unterschiedlich aussehen.
Und genau das macht die Frage spannend: Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?
Nachhaltigkeit im Alltag beginnt nicht mit Perfektion.
Vielleicht möchtest du nachhaltiger leben, weißt aber nicht so richtig, wo du anfangen sollst.
Dann kommt hier die vielleicht wichtigste Nachricht dieses Artikels:
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Du musst auch nicht jeden nachhaltigen Tipp umsetzen, den du auf Social Media siehst.
Viel wichtiger ist, herauszufinden, was in deinem Alltag tatsächlich funktioniert.
Wenn du jeden Morgen mit dem Bus zur Schule oder Ausbildung fährst, kannst du nicht einfach beschließen, ab morgen alles mit dem Fahrrad zu machen, wenn dein Weg 30 Kilometer lang ist.
Und wenn dein Budget knapp ist, hilft dir der Tipp „Kauf einfach hochwertigere Produkte“ wahrscheinlich auch nicht besonders weiter.
Nachhaltigkeit funktioniert nicht nach einem festen Stundenplan.
Nachhaltiger leben: Fang bei deinem Alltag an.
Wenn du etwas verändern möchtest, schau dir erstmal deinen eigenen Alltag an.
Wo kannst und möchtest du etwas anders machen?
Das kann ziemlich klein anfangen:
- öfter Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen
- Lebensmittel aufbrauchen, statt sie wegzuwerfen
- Kleidung länger tragen oder Secondhand kaufen
- Dinge reparieren, tauschen oder ausleihen
- weniger neu kaufen
- beim Einkaufen auf Herkunft und Verpackung achten
- öfter vegetarisch oder vegan essen
- wiederverwendbare Flaschen und Becher nutzen
Du musst daraus keine persönliche Nachhaltigkeits-Challenge machen.
Such dir lieber ein oder zwei Dinge aus, die wirklich zu deinem Leben passen.
Denn eine kleine Veränderung, die du dauerhaft beibehältst, bringt mehr als zehn Vorsätze, die nach einer Woche nerven.
Nachhaltigkeit hat auch eine soziale Seite.
Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Mülltrennung, Fahrradfahren und weniger Plastik.
Es geht auch um Menschen. Unter welchen Bedingungen wurde meine Kleidung hergestellt? Haben Menschen Zugang zu Bildung und Unterstützung? Wie gehen wir mit Menschen um, die weniger Chancen haben? Was können wir gemeinsam für eine gerechtere Gesellschaft tun?
Damit wird Nachhaltigkeit plötzlich ziemlich persönlich. Denn auch Engagement kann nachhaltig sein.
Du kannst dich für Menschen einsetzen, dich ehrenamtlich engagieren, bei sozialen oder ökologischen Projekten mitmachen oder dich in einem Freiwilligendienst einbringen. Du veränderst damit vielleicht nicht sofort die ganze Welt.
Aber du kannst einen Unterschied für jemanden machen. Und das zählt.
Dein Weg darf anders aussehen.
Vielleicht kennst du den Gedanken: „Was bringt es, wenn nur ich etwas ändere?“ Natürlich löst niemand allein die großen Probleme unserer Zeit. Trotzdem ist dein Beitrag nicht bedeutungslos. Veränderung entsteht, wenn viele Menschen anfangen, etwas anders zu machen.
Dabei musst du nicht jedem Nachhaltigkeitstipp folgen. Frag dich lieber: Was ist mir eigentlich wichtig? Möchtest du bewusster mit Ressourcen umgehen, dich für andere Menschen einsetzen oder etwas für Natur und Umwelt tun?
Du musst die Antwort nicht sofort kennen. Oft hilft es, Dinge auszuprobieren. Ein Praktikum, ein Freiwilligendienst, ein FÖJ oder ein Ehrenamt können dir zeigen, wo du etwas bewirken kannst und was zu dir passt.
Und denk dran: Nachhaltigkeit ist kein Wettbewerb. Dein Weg darf anders aussehen als der von anderen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, herauszufinden, was du verändern möchtest und einfach mal anzufangen.
Probier es einfach aus!
Du möchtest erstmal schauen wie ein nachhaltiges Leben aussehen kann? Unsere Freiwilligen geben dir einen Einblick. Auf welche Herausforderungen und welche Überraschungen sie gestoßen sind, kannst du dir im unten verlinkten YouTube Video anschauen.
Du möchtest direkt anfangen und dich für die Natur Einsetzen? Dann bewerbe dich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr!