„Alles braucht Zeit. Und am Ende, da steht der Wald, groß und grün.“

Johanna macht ihr FÖJ in der Forstarbeit.

Was macht ein Forstbetrieb überhaupt?

Einsatzstellen für ein Freiwilliges ökologisches Jahr (kurz FÖJ) im Bereich Forstwirtschaft arbeiten nachhaltig und tragen damit auch maßgeblich zum Klimaschutz bei. Das bedeutet, dass sich für die Vielfalt im Wald und den Erhalt unserer Wälder proaktiv einsetzen. Unter anderem überwachen und regulieren sie Baumbestände, Boden und Gewässer und auch den Bestand der Wildtiere in den Waldabschnitten, für die der jeweilige Forstbetrieb zuständig ist.

Johannas Erfahrungen im FÖJ

Hey, ich bin Johanna, 18 Jahre und absolviere mein FÖJ im Herbolzheimer Forst. ??

Was für viele erst einmal befremdlich klingen mag, ist für mich seit nun schon sechs Monaten mein Arbeitsalltag!

Ausgerüstet mit Arbeitshose und mittlerweile auch ein wenig Waldwissen, bin ich im 900 Hektar großen Revier unterwegs, mit den Forstwirten, dem Förster oder auch alleine. Und weil mich das viele fragen: Ja, ich bin fast immer draußen und genieße das sehr.

Mit den Jahreszeiten ändern sich hier auch die Aufgaben und der Wald bietet jeden Tag neue Entdeckungen.

Was Johanna im FÖJ bereits gelernt hat

Letzte Woche habe ich fünf Wildschweine und drei Rehe aufgescheucht, das erste Mal Haareis gesehen (bitte nachgooglen, es lohnt sich!), kann mittlerweile mit dem Borkenkäfer befallene Bäume aus großer Entfernung erkennen, fast alle Bäume benennen und natürlich Feuer machen. Im Einschätzen von Baumhöhen brauche ich aber noch mehr etwas Nachhilfe…

Ich finde es faszinierend, wie vielseitig der Wald ist: Tourismus und Naherholung, Forschungsort, Rohstoffproduzent, Lebensraum, Sauerstoffproduzent und und und …

Vor allem hinsichtlich des Klimawandels und den damit verbundenen Problemen für in der Rheinebene und Vorbergzone heimische Arten zeigt sich, wie wichtig die Arbeit hier im Wald ist und wie viel Weitblick nötig ist, um die Bestände halten und stabilisieren zu können.

Johannas wertvollste Erfahrung

Meine ganz persönliche Erkenntnis aus diesem Jahr ist das Wissen, dass Gutes seine Zeit braucht. Es dauert Jahrzehnte, bis ein Baum eine imposante und beeindruckende Höhe erreichen kann. Alles Drängen und all die Ungeduld verändern nichts daran.

Alles braucht Zeit. Und am Ende, da steht der Wald, groß und grün.

Um es mit den Worten meiner Kollegen zu sagen: „Glücklich ist die Forstpartie, der Wald, der wächst auch ohne sie.“